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Standardimpfungen

Die von der STIKO empfohlenen Impfungen für Erwachsene, vom Tetanus-Schutz bis zur Gürtelrose.

RSV

RSV verursacht bei Älteren häufig schwere Atemwegserkrankungen – seit 2023 gibt es einen zugelassenen Impfstoff.

Der Impfstoff gegen das Respiratory Syncytial Virus (RSV) ist für Personen ab 60 Jahren zugelassen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden oder chronischen Lungenerkrankungen. RSV-Infektionen führen häufig zu Bronchitis, Lungenentzündung und stationären Aufenthalten. Die einmalige Impfung kann zeitgleich mit Grippe- und Corona-Impfung im Herbst erfolgen.

Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die Lungenentzündungen, Blutvergiftungen und Hirnhautentzündungen auslösen können.

Die STIKO empfiehlt die Impfung allen Erwachsenen ab 60 Jahren sowie Personen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Herzinsuffizienz. Moderne Konjugatimpfstoffe bieten Schutz gegen bis zu 20 verschiedene Pneumokokken-Serotypen. Pneumokokken-Erkrankungen verlaufen bei Älteren und Immungeschwächten besonders schwer und erfordern häufig stationäre Behandlung. Je nach individuellem Risiko kann eine Auffrischung nach einigen Jahren sinnvoll sein.

Tetanus / Diphtherie / Keuchhusten

Auffrischungen gegen Tetanus und Diphtherie werden alle zehn Jahre empfohlen.

Tetanus entsteht durch das Gift des Bakteriums Clostridium tetani und kann ohne Impfschutz tödlich verlaufen. Diphtherie betrifft Atemwege und Herz und ist durch konsequentes Impfen in Deutschland selten geworden. Keuchhusten (Pertussis) tritt zunehmend auch bei Erwachsenen auf und kann besonders für ungeschützte Säuglinge lebensgefährlich sein. Die nächste Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie enthält in der Regel auch eine Pertussis-Komponente. Eine Kontrolle des Impfausweises zeigt schnell, ob Handlungsbedarf besteht.

Gürtelrose (Herpes Zoster)

Gürtelrose entsteht durch eine Reaktivierung des Varizellen-Zoster-Virus, das nach Windpocken lebenslang im Körper schlummert.

Die STIKO empfiehlt den Totimpfstoff ab 60 Jahren sowie für Immungeschwächte ab 50 Jahren. Ohne Impfschutz erkrankt rund ein Drittel aller Menschen im Laufe des Lebens an Gürtelrose. Typische Symptome sind ein schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschen entlang eines Nervs. Als häufigste Komplikation gilt die postherpetische Neuralgie – anhaltende, oft monatelange Nervenschmerzen. Die Impfung besteht aus zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten.

FSME

FSME ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, empfohlen für Personen in Risikogebieten.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann zu schwerer Gehirnhautentzündung führen. Risikogebiete in Deutschland liegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebiete reisen oder dort wohnen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen; danach sind regelmäßige Auffrischungen notwendig. Eine aktuelle Risikogebietskarte veröffentlicht das Robert Koch-Institut jährlich.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Virusinfektion der Leber, die chronisch werden und langfristig zu Leberzirrhose führen kann.

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfdosen und bietet langfristigen Schutz. Gefährdet sind besonders medizinisches Personal, Reisende in Endemiegebiete sowie Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Chronische Hepatitis B kann über Jahre symptomlos verlaufen, bevor es zu ernsthaften Leberschäden kommt. Für Personen ohne vollständige Grundimmunisierung aus der Kindheit wird eine Nachholimpfung empfohlen. Der Impferfolg lässt sich durch eine Antikörperkontrolle im Blut überprüfen.

Masern / Mumps / Röteln

Die MMR-Kombinationsimpfung schützt gegen drei hochansteckende Viruserkrankungen.

Alle nach 1970 geborenen Erwachsenen sollten zwei dokumentierte Impfungen erhalten haben. Masern sind hoch ansteckend und können schwere Komplikationen wie Hirnentzündung verursachen. Mumps befällt Speicheldrüsen und kann bei Erwachsenen zu Hodenentzündung oder Taubheit führen. Röteln sind in der Schwangerschaft besonders gefährlich und können schwere Fehlbildungen beim Ungeborenen auslösen. Wer unsicher ist, ob ausreichend Impfschutz besteht, kann den Antikörperstatus bestimmen lassen.

HPV

Humane Papillomviren sind der Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs und weitere Krebsarten.

Die STIKO empfiehlt die Standardimpfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Ungeimpfte Jugendliche bis 17 Jahre können die Impfung nachholen; bis 26 Jahre ist eine Nachholimpfung für bestimmte Gruppen sinnvoll. HPV-Viren werden sexuell übertragen und können neben Gebärmutterhalskrebs auch Krebs des Anus, Penis, Mundrachen sowie der Vulva und Vagina auslösen. Drei Impfdosen sind erforderlich, wenn die erste Impfung nach dem 15. Geburtstag gegeben wird.

Fragen zu Ihrem Impfschutz? Wir beraten Sie in der Sprechstunde.

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